- Caritas Concret 3-2008 (PDF 701kb)
- Info-Flyer Familienpflege (PDF 352kb)
Ein Fallbeispiel
"Irgendwann ist man einfach am Ende". Andrea R. muss ihre schwerstbehinderte Tochter Verena früher aus der Schule abholen: Sie hat eine Mittelohrentzündung und leidet unter starken Schmerzen. Wenn sie krank ist, braucht sie besonders viel Liebe und Aufmerksamkeit.
Verena ist neben ihrer Behinderung Epileptikerin, kann weder sprechen noch alleine essen, muss gefüttert, gewindelt und die meiste Zeit getragen werden. Andrea R. nimmt ihre weinende Tochter liebevoll auf den Arm, tröstet sie und schlichtet gleichzeitig einen heftigen Streit zwischen den Geschwistern Jan und Laura, die ebenfalls ihre ganze Aufmerksamkeit einfordern.
Auch nachts muss die junge Mutter mindestens zweimal nach Verena sehen, weil sich das Kind selbst im Bett nicht umdrehen kann. Andrea R. leidet zunehmend unter Rückenschmerzen, da sie Verena fast den ganzen Tag über tragen muss.
Diese Situation hat sich jetzt so zugespitzt, dass sie dringend Hilfe braucht. Im Gefolge kommen psychische Erschöpfung und Überforderung hinzu: die Familie, der fünfköpfige Haushalt, fordern alle Kräfte. Ehemann Wolfgang hilft nach der Arbeit abends mit so gut er kann, aber trotzdem ist der Tag mit Kochen, Bügeln und anderen Haushaltspflichten oft nachts noch nicht vorbei: "Irgendwann ist man einfach am Ende", sagt Andrea R.
Lichtblick in der Krise - die Familienpflegekraft kommt!
Wenn eine Krise da ist, brauchen Familien Unterstützung durch qualifizierte Fachkräfte: die Familienpflegekräfte. Teilweise sind es die Sozialstationen/Ambulanten Hilfezentren in Rheinland-Pfalz und im Saarland, die diesen Dienst anbieten, teilweise die Caritasverbände. Die Familienpflegekräfte kommen zum Beispiel bei:
- Kur oder Krankenhausaufenthalt der Mutter oder bei Erkrankung zu Hause
- Risikoschwangerschaft
- Ambulanter oder stationärer Entbindung
- Körperlicher und seelischer Überforderung der Mutter
- Besonderen Belastungen, die sich für Alleinerziehende aus ihrer Lebenssituation heraus ergeben können.
Je nach Familiensituation können verschiedene Kostenträger in Frage kommen:
- Krankenkasse
- Rentenversicherungsträger
- Sozial- und Jugendamt
- Beihilfe
- Familien (Eigenanteil)

