Fallbeispiele

Svenja

Svenja, 11 Jahre alt, findet in ihrer Familie keine Zuwendung und keinen Halt. Der alkoholsüchtige Stiefvater misshandelt das Mädchen immer wieder. Svenja haut eines Tages einfach ab, gerät in die "Szene". Streetworker sprechen Svenja schließlich an und vermitteln das gefährdete Kind in eine Einrichtung der Erziehungshilfe. Dort wird Svenja in kleinen Schritten motiviert, zu lernen, Vertrauen aufzubauen und Beziehungen einzugehen.

Heiko

Heiko, 27 Jahre alt, hat seit 2 Jahren eine feste Arbeit. Er ist selbst Familienvater. In seiner Jugend hätte allerdings niemand, nicht einmal seine Mutter, gedacht, dass der Junge noch eine Chance hätte: Mit 15 Jahren kam er als "Herumtreiber" ins Heim. Durch eine gute sozialpädagogische Betreuung und entsprechende Förderung machte Heiko in der Jugendhilfeeinrichtung seinen Hauptschulabschluss, schloss eine Lehre dort an und legte schließlich erfolgreich die Prüfung zum Maschinenschlosser ab.

 
Jugendliche  

Heimerziehung - "un-heimlich" stark

Kinder und Jugendliche, die in eine Jugendhilfeeinrichtung kommen, haben meist komplexe Probleme, zum Beispiel

  • Mitarbeiter leiten junge Männer im Qualifizierungsprojekt I.k.E.A des Bernardshofes Mayen an, Holz zu bearbeiten.
    Qualifizierungsprojekt I.k.E.A
    des Bernardshofes Mayen
    Sie kommen oft aus gestörten und zerbrochenen Familien
  • Viele sind bindungs- und verhaltensgestört, aggressiv; vielfach missbraucht oder misshandelt
  • Viele sind Schul- und Leistungsverweigerer
  • Manche haben als Straßenkinder gelebt
  • Die Pädagogen in den Jugendhilfeeinrichtungen wissen: Wer Probleme macht, hat selbst Probleme. Die schwierigen familiären Verhältnissen, aus denen Kinder und Jugendliche schließlich in eine Jugendhilfeeinrichtung kommen, rufen die vielfältigsten Schwierigkeiten hervor.

Heimerziehung ist eine der erfolgreichsten Formen der sozialen Arbeit. Etwa 70 Prozent der jungen Menschen, die über Jahre hin im Heim Bildung, Betreuung und Erziehung erfahren haben, können zehn Jahre nach ihrer Entlassung aus dem Heim eine abgeschlossene Ausbildung aufweisen, sind sozial gut integriert und haben ihr Leben selbständig in die Hand genommen. Dies belegt eine Studie zur Heimerziehung von 1998. Jüngere Studien wie z. B. die "Jugendhilfe-Effekte-Studie" (2003) bestätigen diese positiven Ergebnisse.

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