Für selbstbestimmte Teilhabe
Mehr Teilhabe für Menschen am Rande! Rund 130 Vertreter verabschieden Positionspapier
Bischof Doktor Stephan Ackermann
Der Caritasverband für die Diözese Trier setzt sich für mehr gesellschaftliche Teilhabe von Menschen am Rande ein. Dies ist eine der Kernaussagen eines Positionspapieres, das die Vertreterversammlung, das "Parlament" der Caritas im Bistum Trier, am 21. November im Robert-Schuman-Haus in Trier verabschiedet hat.
Zuvor hatte Bischof Dr. Stephan Ackermann vor den rund 130 Vertretern aus Caritasverbänden, Fachverbänden und sozial-caritativen Einrichtungen gefordert, benachteiligte "Menschen am Rande" in ihrer Würde zu sehen und ihre Stärken zu fördern: "Nur so kann Teilhabe für sie möglich werden", sagte der Bischof.
Das caritative Tun, das in den Gemeinden sehr lebendig sei, bezeichnete er als "Charakteristikum der Kirche". Der Bischof dankte den Caritasvertretern stellvertretend für alle haupt- und ehrenamtlich Engagierten für das Zeugnis, das "elementar für die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche" sei.
Das Positionspapier der Caritas nimmt Bezug auf die Kampagne "Soziale Manieren für eine bessere Gesellschaft". "Wir setzen uns dafür ein, dass jeder Mensch an den politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Prozessen teilnehmen und sie mitgestalten kann", erläutert der Vorsitzende des Diözesan-Caritasverbandes, Prälat Franz Josef Gebert. "Der Caritasverband ist zutiefst besorgt über die seit Jahren festzustellende Ausgrenzung und Verarmung vieler Menschen und Familien in unserer Gesellschaft", so das Papier.
Die zunehmende Zahl prekärer Lebensverhältnisse und die immer länger werdenden Wartelisten bei Schuldnerberatungsstellen und Sozialen Diensten der Caritas seien deutliche Belege dafür, dass sich für viele die Chancen auf selbstbestimmte Teilhabe spürbar verringert haben.
Als Hauptreferent der Veranstaltung sprach sich Professor Dr. Andreas Lob-Hüdepohl, Berlin, für eine neue Kultur der Aufmerksamkeit in unserer Gesellschaft aus: "Wir brauchen soziale Grundmanieren, mit denen wir einander begegnen", sagte er. "Es ist Aufgabe der Caritas, für soziale Manieren einzutreten", so Lob-Hüdepohl.
Gelegenheit zur Diskussion war danach durch ein Podium gegeben, an dem neben dem Referenten Rita Schneider-Zuche und Dr. Bernd Kettern (Diözesan-Caritasverband) und die ehrenamtliche Mitarbeiterin Marliese Wolf aus Neuwied teilnahmen.
Wahl zum Caritasrat
Das Rahmenprogramm der Versammlung gestalteten die Theatergruppe des Cafe Jonas in St. Wendel, einer Einrichtung für psychisch kranke Menschen, und Auszubildende aus den Qualifizierungsprojekten "learn factory" und „einzigArt“ des Caritasverbandes Trier mit.
Die Vertreterversammlung wählte ferner turnusgemäß einen neuen Diözesan-Caritasrat, dem 40 Mitglieder angehören. Der Diözesan-Caritasrat wählt unter anderem den Vorstand des Diözesan-Caritasverbandes.
