„Für mich ist der Freiwilligendienst eine Erfolgsstory“
"Es war für mich genau die richtige Entscheidung", sagt er heute rückblickend nach einem Dreivierteljahr in der Einsatzstelle. Das Kolpinghaus ist eine katholische Wohn-, Freizeit-, und Bildungseinrichtung für junge Leute, die während ihrer Ausbildung dauerhaft hier wohnen, oder während Seminaren und Fortbildungen in Koblenz ein Dach über dem Kopf brauchen. Seit Kurzem haben zudem minderjährige unbegleitete Flüchtlinge hier ein Zuhause gefunden.
Jeden Tag pendelt Tim von seiner Heimatstadt Boppard nach Koblenz Rauental - entweder zum Morgen- oder Abenddienst. "Ich bin sehr heimatverbunden und wollte gerne hier in der Region etwas finden und bin so auf das Kolpinghaus gestoßen. Das Team ist echt sympathisch und die Aufgaben in der Einsatzstelle vielfältig", sagt der 20-Jährige. Morgens stehen eher hauswirtschaftliche Tätigkeiten an - Tische decken, staubsaugen, Pfand wegbringen oder Gänge saubermachen. "Das sind vielleicht nicht meine Lieblingsbeschäftigungen, aber sie gehören eben dazu", sagt Tim und lächelt. Nach 12 Uhr sind er und seine Kollegen seit einigen Monaten hauptsächlich für die jungen Flüchtlinge da. Vier von ihnen leben momentan im Kolpinghaus, bald wird noch einer einziehen. "Wir kochen mit ihnen gemeinsam, begleiten sie zu verschiedenen Terminen, etwa zum Arzt oder Friseur, und versuchen, so viel wie möglich mit ihnen ins Gespräch zu kommen." Vor allem das Kochen sei wichtig, da es direktes Kennenlernen und Austausch möglich mache, ohne erzwungen zu sein. Wenn Tim Abenddienst hat, richtet er den kleinen Pub im Keller des Kolpinghauses her, übernimmt den Thekendienst, sorgt für Musik und gestaltet das Abendprogramm mit. "Wir haben fast jeden Abend kleine Events wie Dart- oder Kickerturniere, und wir können zusätzlich unsere eigenen Programmpunkte anbieten." Am Wochenende gebe es viel Freiraum für eigene Ideen der Dauergäste und Flüchtlinge, etwa für Filmabende oder andere Aktionen.
Tim und die anderen BFDler werden von den Sozialen Lerndiensten im Bistum Trier über die Dauer ihres Freiwilligendienstes pädagogisch begleitet. Die fünf einzelnen Seminarwochen fand Tim "genial": "Ich habe dort viele Freundschaften geschlossen und auch viel über meine Stärken gelernt." In den Seminaren können sich die Freiwilligen über ihre Dienststellen austauschen und zwischen verschiedenen Angeboten wählen: Von Selbstfindung, Theater oder Yoga bis hin zu Wissens-Workshops über den Umgang mit Gewalt oder Drogen. Tim würde den BFD weiterempfehlen: "Mir hat diese Zeit mega geholfen, zum einen für meine persönliche Entwicklung, zum anderen habe ich mein berufliches Ziel gefunden: Ich weiß jetzt genau, dass ich Pädagogik studieren will und mit jungen Erwachsenen arbeiten möchte."
Text: Bischöfliche Pressestelle Trier, Redaktion Koblenz: Simone Bastreri