Was wir tun

Krisen

Erste Anlaufstelle Allgemeine Sozialberatung

Die Allgemeine Sozialberatung der Caritas (ASB) ist das zentrale Informations- und Beratungsangebot und damit erste Anlaufstelle für Menschen mit akuten persönlichen, wirtschaftlichen, finanziellen und sozialen Schwierigkeiten. Als "niedrigschwellige" Hilfe steht die ASB allen Menschen offen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Nationalität und Religion. Hier erhalten Menschen in akuten Notlagen direkt, unbürokratisch und unentgeltlich Beratung und individuelle Unterstützung.

Traurig schauender Junge auf dem Arm seiner Mutter.Foto: Deutscher Caritasverband/KNA: Harald Oppitz

Grundlage und Aufgabe der ASB ist die Sicherung der materiellen Existenz, die Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit (Stärkung der Selbsthilfekompetenz) sowie die Teilhabe. Die Allgemeine Sozialberatung versteht sich als Clearingstelle. So zeichnet sich ASB-Arbeit besonders dadurch aus, dass dieser Fachdienst eng mit anderen (spezialisierten) Diensten und Einrichtungen zusammenarbeitet. Markenzeichen hierfür sind Netzwerk- und Teamarbeit sowie transparente Kommunikation und Kooperation.

Aus ihrem Engagement für die Menschen an den Rändern unserer Gesellschaft hat die ASB zudem die Aufgabe, gesellschaftliche Missstände wahrzunehmen und diesen entgegenzuwirken. Hierin verwirklicht die Caritas ihren anwaltschaftlichen Auftrag für von Armut und Ausgrenzung betroffene Menschen.

Ausgehend von sich verfestigenden Armutszahlen (z.B. Kinderarmut;zunehmende Altersarmut) ist die ASB nicht nur eine Anlaufstelle für Menschen in Not, sondern auch ein Seismograph für soziale Veränderungen. So spiegeln sich in der ASB gesellschaftliche Entwicklungen deutlich und meist schon frühzeitig wider:

  • die zunehmende Verarmung von Menschen
  • der Ausbau des Niedriglohnsektors
  • Auswirkungen des Bezuges von Arbeitslosengeld II (ALG II)
  • gesellschaftliche Ausgrenzungsprozesse,
  • fehlende Teilhabemöglichkeiten für immer mehr Menschen

Eckpunkte für den Fachdienst Allgemeine Sozialberatung im Deutschen Caritasverband

Zahlen, Daten, Fakten

Presse-Info: Mehr Langzeitarbeitslose suchen Hilfe

Mehr Ratsuchende mit Migrationshintergrund

Er(he)bliche Kinderarmut in einem reichen Land - in Deutschland nichts Neues!

Infoservice des Referats Kinder, Jugend, Familie, Generationen des Deutschen Caritasverbandes

Im Blickpunkt: Armut

Armut im Saarland

Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes ist fast jeder 6.Saarländer von Armut bedroht. Mit 17,2% liegt die Armutsgefährdungsquote gemessen an der Armutsquote in den alten Bundesländern (2016) deutlich über dem Durchschnitt. Dass die bereits positive wirtschaftliche Entwicklung nicht bei den Armen ankommt, zeigt der 1. Armutsbericht des Saarlandes deutlich. Auch hier weisen die vorgelegten Daten einen deutlichen Handlungsbedarf im Bereich der Armut von Kindern, Jugendlichen und Familien sowie bei Armut von älteren Menschen über 65 Jahren auf.  Im besonderen Maße armutsgefährdet waren 2016 - wie schon in den Vorjahren - alleinerziehende Erwachsene und deren Kinder unter 18 Jahren. Hier lag die Armutsgefährdungsquote im Jahr 2016 bei 42,1 %. Im Vergleich zu 2006 war dies eine Steigerung um 4,5 %. Der Armutsbericht belegt auch, dass Armut Benachteiligung in allen Lebenslagen (Wohnen, Gesundheit, Lebenserwartung, Bildung und Teilhabe) nach sich zieht. Das mit dem 1.Armuts- und  Reichtumsbericht veröffentlichte "Handbuch über Projekte zur Armutsprävention und -bekämpfung im Saarland" (Stand Oktober 2015) zeigt, dass die Unterstützungsangebote der Wohlfahrtsverbände stark auf die Bedürfnisse der Hilfesuchenden zugeschnitten sind und die Nachfrage hier deutlich zugenommen hat.

Armut in Rheinland-Pfalz

Im Jahr 2016 waren 15,5% der Rheinland-pfälzischen Bevölkerung, d.h. gut jeder 7. Rheinland-Pfälzer von relativer Einkommensarmut bedroht (Bundesdurchschnitt 15,7%)

Besonders von Armut bedroht waren im Jahr 2016 alleinerziehende Erwachsene und deren Kinder unter 18 Jahren. Für diese Bevölkerungsgruppe lag die Armutsgefährdungsquote mit 46% weit über dem Niveau der rheinland-pfälzischen Bevölkerung insgesamt (15,5%).  Die Armutsgefährdungsquote einer Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern lag bei 12,2% (2014: 9,7%). Die Armutsgefährdung der Alleinerziehenden in RLP ist in den letzten 10 Jahren um 8,6 Prozentpunkte gestiegen (2006: 37,4%) Nur vier Bundesländer verzeichneten einen höheren Anstieg.

Neben Alleinerziehenden und deren Kindern waren auch Familien mit zwei Erwachsenen und drei oder mehr Kindern vergleichsweise stark von Armut bedroht (29,2%).

Auch junge Menschen verzeichneten eine relativ hohe Armutsgefährdungsquote. So hatten die 18- bis unter 25-jährigen mit 22,2% eine höhere Armutsgefährdung als die unter 65-jährigen (16,4%). Allerdings waren auch ältere Frauen vergleichsweise stark gefährdet. Diese wiesen mit 19,2% ein höheres Armutsrisiko auf als gleichaltrige Männer (12,9%)

Weitere Bevölkerungsgruppen mit einem vergleichsweise hohen Armutsrisiko waren Erwerbslose (55,5%), Haushalte mit niedrigem Bildungsniveau des Haupteinkommensbeziehers /(39,1%) sowie Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit (38,8%).

Quelle: Statistisches Landesamt RLP - 07.09.2017

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Was ist Armut?

Nach der Definition der Europäischen Union für "relative Armut" gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 60 Prozent des landesüblichen Durchschnittsverdienstes zur Verfügung hat. Unter Zugrundelegung des mittleren Einkommens im gesamten Bundesgebiet (Bundesmedian) liegt diese für einen Einpersonenhaushalt bei 917 Euro. Für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren errechnet sich - unter Berücksichtigung der Kostenersparnis in einem Mehrpersonenhaushalt - eine Armutsgefährdungsschwelle in Höhe von 1.926 Euro.

Auswirkungen 

"Die Anzahl der Menschen, die in Armut leben nimmt zu." "Immer mehr Kinder leben in Armut." "Durch die hohen Energiepreise drohen immer mehr Stromsperren." "Menschen müssen sich zwischen Heizen und Kochen entscheiden." "Der Grad der Bildung hängt vom Einkommen der Eltern ab." Diese Aussagen sind seit Jahren durch Untersuchungen und Statistiken belegt. Belegt ist auch, dass geringes Einkommen die Möglichkeit nimmt, sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen, Bildung zu erlangen und gesundheitliche Vorsorge zu treffen.