Seit 15 Jahre ist das Projekt Rückenwind an der Seite von Angehöriger Inhaftierter. Dafür bedankten sich beim Team von Rückenwind (Mitte) im Rahmen einer Feierstunde (v.l.n.r.) Stefanie Löwen (SKM Diözesanreferentin), Ulrike Gödeke (SKM Bundesverband), Weihbischof em. Franz-Josef Gebert, Helmut Müller (SKM Diözesanvorsitzender), Thomas Reichert (2.v.r., Gefängnisseelsorger) und Ulrich Stinner (1.v.r. Bischöfliches Generalvikariat).Foto: DiCV Trier / Kristina Kattler
Ohne die zwölf Ehrenamtlichen wäre das Projekt Rückenwind des SKM-Diözesanvereins Trier, das sich seit 15 Jahren um Angehörige von Inhaftierten der JVA Wittlich kümmert, kaum denkbar. Gemeinsam mit der hauptamtlichen Mitarbeiterin Melanie Begon und dem ehrenamtlichen Projektleiter Hans-Peter Pesch, schenken sie Aufmerksamkeit in einer besonders belastenden Zeit. Egal ob nur auf eine Tasse Kaffee, noch schnell zur Toilette gehen oder sich im Winter nach einer langen Anreise aufwärmen, diese niedrigschwelligen Angebote stellen erstes Vertrauen zwischen dem Team von Rückenwind und den Angehörigen her. Während die Kinder in der Spielecke eine willkommene Ablenkung zum Haftbesuch finden, erhalten die Besuchenden auf Wunsch Informationen zum Haftbesuch oder finden gemeinsam mit Melanie Begon in der allgemeinen Sozialberatung Antworten auf dringende Fragen. "Ein Gefängnisaufenthalt ist für die Angehörigen emotional sehr belastend. Häufig wendet sich das soziale Umfeld von ihnen ab. Kommen dazu noch finanzielle Sorgen, da beispielsweise der Inhaftierte zuvor das Geld nach Hause brachte, ist die Belastung immens. In der allgemeinen Sozialberatung schauen wir gemeinsam, welche Wege es gibt, die Situation zu verbessern."
Jeden Besuchstag steht das Team von Rückenwind mit einem kleinen Stand vor der JVA und sucht das Gespräch mit den Angehörigen. Ein aufbauendes kurzes Gespräch oder eine Begleitung beim Wegschließen der Wertsachen zeigt den Angehörigen, dass jemand auch für sie da ist. Gesehen zu werden, sei für diese eine stärkende Erfahrung, berichtet Begon am Rande der Feierlichkeiten zum 15-jährigen Bestehen des Projektes. Viele Wegbegleiter aus Kirche, Justiz, Politik, Caritas und Gesellschaft sind der Einladung gefolgt, Rückenwind zu feiern, das 2011 auf eine Initiative des SKM Bundesverbandes vom SKM Diözesanverein Trier ins Leben gerufen wurde. Ohne den Einsatz der vielen Ehrenamtlichen wäre Rückenwind nicht denkbar und so wurde die Jubiläumsfeier insbesondere dazu genutzt, das Engagement zu würdigen. So betonte Weihbischof em. Franz-Josef Gebert, der das Projekt Rückenwind von Anfang an in seiner damaligen Funktion als Diözesan-Caritasvorsitzender gefördert hat, Rückenwind nehme den Angehörigen nicht den Weg ab, sondern unterstütze diese dabei ihn zu gehen. Ulrike Gödeke, Vorsitzende der katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft Straffälligenhilfe des Deutschen Caritasverband, ehrte genau für diesen gegebenen Rückenwind drei Teammitglieder für zehn Jahre ehrenamtliches Engagement. Eine besondere Ehrung kam auch dem ehrenamtlichen Projektleiter Hans-Peter Pesch zu teil, der das Projekt von Anfang an mit auf die Beine gestellt hat. Er erhielt die silberne Ehrennadel des SKM Bundesverbandes. "Was alle Ehrenamtliche vereint", so Diözesanreferentin Stefanie Löwen, "ist nicht nur, dass diese bereits seit vielen Jahren im Projekt Rückenwind engagiert sind, sondern viel mehr, dass in ihnen Menschen in Not Helferinnen und Helfer finden."