Das caritative Engagement und der Einsatz für Menschen in Not prägen das diakonische Gesicht der
Moderatorin Rita Schneider-Zuche und Vertreter der Projekte aus Vallendar und Sulzbach.DiCV Trier/Jacquemoth
Kirche vor Ort, so Bischof Dr. Stephan Ackermann bei der Vertreterversammlung des Diözesan-Caritasverbandes am 30. November in Trier. Das von einer Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Synodenbeschlüsse entwickelte Dokument zur "diakonischen Kirchenentwicklung" enthalte viele Vorschläge, wie Kirche vor Ort sich weiter entwickeln und ihr Engagement für die Menschen verstärken kann. Der Bischof wies auf die wichtigsten Elemente einer diakonischen Kirchenentwicklung hin: Mit Menschen in Not sollten Dialog und Begegnungen auf Augenhöhe ermöglicht werden. Durch die "Sozialraumorientierung" könne sich die Hilfe stärker an den Bedarfen der Menschen ausrichten und im Lebensumfeld vorhandene Potenziale einbeziehen. An die Caritas richtete der Bischof die Bitte, sich vor Ort aktiv einzubringen und die Kirchenentwicklung vor Ort diakonisch zu inspirieren.
Drei Beispiele stellen sich vor
Dr. Alexander Knauf moderiert Fragen aus der Versammlung an die Vertreter von diakonischen Projekten.DiCV Trier/Jacquemoth
Dass es gemeinsame Projekte von Caritas und Seelsorge schon heute gibt, verdeutlichten drei Beispiele aus dem Bistum Trier. Rita Schneider-Zuche und Dr. Alexander Knauf vom Diözesan-Caritasverband moderierten eine Talkrunde, bei der die Initiatoren ihre Projekte und Initiativen vorstellten. Aus Mendig waren Klaudia Racke-Hackenbruch und Christian Hoffmann gekommen, um den barrierefreien Kreuzweg vorzustellen. Er wurde von Menschen mit Behinderung aus Einrichtungen der St. Raphael Caritas Alten- und Behindertenhilfe zusammen mit verschiedenen Akteuren in Mendig erstellt und lädt zu Meditation und Gebet ein. Patrick Jochum (Caritasverband Saarbrücken) und Diakon Wolfgang Schu (Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken cts) berichteten über das Projekt "Tante Anna". Herzstück ist eine offene Begegnungsmöglichkeit im cts-Alten- und Pflegeheim St. Anna in Sulzbach. Inzwischen gibt es sogar einen Babyclub im Seniorenheim sowie weitere niedrigschwellige Unterstützungsangebote für Familien aus dem Umfeld. Professor Dr. Martin Lörsch und Bernd Wienczierz stellten die "Generationenbrücke St. Josef" vor, die von der Hildegard-Stiftung getragen wird: Ziel ist es, durch neue Wohnkonzepte im Alter und Begegnungsmöglichkeiten für Jung und Alt das Leben im Quartier mit den Bürgern weiter auszubauen.
Gebert: Gute Rahmenbedingungen schaffen
Der Vorsitzende des Diözesan-Caritasverbandes, Weihbischof Franz Josef Gebert, danke allen Akteuren für ihr Engagement Gebert hob hervor, dass es grundlegend sei, zuzuhören und die Perspektive des andern zu verstehen. Genauso wichtig seien gute Rahmenbedingungen vor Ort, die Gemeinschaft fördern, denn diese kann man nicht einfach verordnen.
Die Vertreterversammlung wählte anschließend den neunten Diözesan-Caritasrat, der bis 2023 amtieren wird. Dem Diözesan-Caritasrat gehören Vertreter der Caritasverbände, der Personalfachverbände, der persönlichen Mitglieder, der caritativen Orden und Genossenschaften und der korporativen Mitglieder, vom Caritasrat kooptierte Mitglieder sowie das vom Bischof von Trier entsandte Mitglied an. Der Caritasrat unterstützt und überwacht den Vorstand.
Die neu gewählten Mitglieder des Diözesan-Caritasrates stehen als Gruppe zusammen.DiCV Trier/Jacquemoth