Die Empfehlung "Prävention gegen sexualisierte Gewalt und andere Formen von Gewalt in den Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens" liegt in einer aktualisierten Version vor. Sie ist von unter Federführung des Diözesan-Caritasverbandes in einer Arbeitsgruppe mit Trägern von Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens, dem Präventionsbeauftragten des Bistums Trier und der Fachstelle Prävention gegen sexualisierte Gewalt erstellt worden. Die enge Zusammenarbeit der Träger mit der Caritas und dem Präventionsbereich des Bistums wurde von den Beteiligten als sehr hilfreich bewertet. Die neue Broschüre richtet sich an alle Träger sowie die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Einrichtungen, die Mitglied im Caritasverband für die Diözese Trier e. V. sind.
"Die in unserer Handreichung vorgeschlagenen präventiven Maßnahmen sollen helfen, bei Grenzverletzungen einzuschreiten und Gewalt zu verhindern", beschreibt Thomas Jungen, Referent für katholische Krankenhäuser im Diözesan-Caritasverband, das Ziel der Broschüre. "Minderjährige, Patienten, Bewohner, Klienten und schutz- und hilfebedürftige Erwachsene sollen sich in unseren Einrichtungen wohl und sicher fühlen."
Aus Sicht des Bistums sind die jetzt vorgelegten Empfehlungen ein "Meilenstein" in der Präventionsentwicklung: "Wir setzen hier die bereits in der Praxis der katholischen Krankenhäuser erprobten Modelle fort", so Dr. Andreas Zimmer, einer der beiden Präventionsbeauftragten des Bistums Trier. Insbesondere die Ombudspersonen in den Einrichtungen seien Garanten dafür, dass sich Mitarbeitende an ihrem Arbeitsplatz sicher fühlen.
In einer Online-Informationsveranstaltung wurden die Träger mit der neuen Empfehlung vertraut gemacht. Diese enthält Instrumente der Prävention, die in der täglichen Praxis gut umsetzbar sind. Dazu gehören unter anderem Maßnahmen wie institutionelle Schutzkonzepte, Prozessbeschreibungen und Selbstverpflichtungserklärungen.
Wie die Empfehlungen konkret umgesetzt werden können, erklären die Vertreterin und der Vertreter der beiden Trierer Kliniken, für das Brüderkrankenhaus Dr. Peter-Felix Ruelius, Leiter Zentralbereich Christliche Unternehmenskultur und Ethik der BBT-Gruppe, und Elke Kirsch, Klinikoberin des Mutterhauses der Borromäerinnen. So werden im Klinikum Mutterhaus als eine Maßnahme die Auszubildenden angehalten, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. "In einer Kultur der Achtsamkeit passen die Mitarbeitenden aufeinander auf und sind wachsam im Umgang miteinander auch schon bei kleineren Grenzverletzungen", so Kirsch. Ziel sei eine "Null-Toleranz gegenüber Gewalt". Dabei sind schon Veränderungen spürbar: Die Sensibilisierung für das Thema (sexualisierte) Gewalt ist nach Einschätzung von Elke Kirsch gewachsen.
Um möglichst alle Mitarbeiter im Krankenhaus zu erreichen, sind im Rahmen der Präventionsarbeit Schulungskonzepte wichtig, wie Dr. Ruelius berichtet. Zusammen mit der Präventionsstelle Kinder und Jugendschutz sind entsprechende Curricula entwickelt und in Schulungen umgesetzt worden. Zwischen 7 000 und 8 000 Mitarbeitende beim Träger BBT Gruppe sind nach Angaben von Dr. Ruelius bereits geschult worden.