Über uns

SKM

Die Würde Hilfsbedürftiger im Blick

Seit Inkrafttreten des Betreuungsgesetzes ist der SKM im Bistum Trier aus der Arbeit zum Wohle von Menschen, die betreut werden wollen und müssen, nicht mehr wegzudenken. 3000 Frauen und Männer engagieren sich im Bistum für die Aufgaben des Diözesanvereins unter dem Dach des Caritasverbandes.

"Wir bewahren die Würde und Selbstbestimmung jedes Einzelnen - sicher auf schwierigen Lebenswegen". Diese Versprechen findet der Leser auf einer Informationstafel des "SKM-Diözesanverein Trier e.V." Ein Versprechen, für dessen Einhaltung sich neben  den 3000 ehrenamtlichen Betreuern auch hauptamtliche Mitarbeiter in insgesamt 21 SKFM- und SKM-Vereinen und in Ortscaritasverbänden im Bistum Trier einsetzen. Sie prägen maßgeblich das Bild des SKM in der Öffentlichkeit, die den Verein in erster Linie mit dem Thema Betreuung sowie den Hilfen für Angehörige inhaftierter Menschen im Projekt "Rückenwind" in Verbindung bringt.

Stefanie Löwen und Bernd Walter in der Geschäftsstelle am Besprechungstisch sitzend.Haupt- und Ehrenamt arbeiten im SKM-Diözesanverein Trier eng zusammen: Diözesan-Referentin Stefanie Löwen und Bernd Walter, ehrenamtlicher Vorsitzender des Diözesan-Vereins haben stets die Würde der Hilfsbedürftigen im Blick.Christine Cüppers

"Der Schwerpunkt unserer Arbeit als SKM liegt im Bereich der Betreuungen", informiert Bernd Walter, ehrenamtlicher Vorsitzender des Diözesanvereins. War der SKM bislang mit der Übernahme von Vormundschaften und Pflegschaften betraut, übernahm er  mit dem Inkrafttreten des "Gesetzes zur Reform des Rechts der Vormundschaften und Pflegschaften für Volljährige", in der Öffentlichkeit als Betreuungsgesetz (BtG) bekannt, seit dem 1. Januar 1992 gesetzliche Betreuungen. Menschen mit psychischen Krankheiten, geistigen, seelischen oder körperlichen Behinderungen sind vielfach auf die Unterstützung durch gerichtlich bestellte Betreuer angewiesen.

"Und der Bedarf wächst", erklären Bernd Walter und Stefanie Löwen, Diözesan-Referentin des SKM, und weisen sogleich auf die Bedeutung der Betreuungsvereine hin. In denen treffen sich ehrenamtliche und hauptamtliche Betreuer sowie die wichtigen Querschnittsmitarbeiter. Die kümmern sich in besonderem Maße um Unterstützung, Begleitung und Fortbildung der ehrenamtlichen Betreuer und sind sozusagen Schnittstelle zwischen Ehrenamtlern, Behörden und den betreuten Menschen. Hauptamtliche Mitarbeiter der Vereine beraten zu vorsorgenden Verfügungen wie Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung und beraten Bevollmächtigte.

Aufgabe mit viel Verantwortung

An dieser Stelle kommen Löwen und Walter auf eine aktuelle Problematik zu sprechen, für deren Lösung sich der SKM derzeit verstärkt einsetzt: Da die Gerichte per Gesetz aufgefordert sind, bei der Betreuung dem Ehrenamt den Vorrang zu geben, also zunächst stets nach einem ehrenamtlichen Betreuer zu suchen, bevor ein hauptamtlicher eingesetzt wird, braucht es die intakte Vereinsstruktur. Die aber kann nur funktionieren, wenn sie von motivierten hauptamtlichen Vereinsbetreuern und Querschnittsmitarbeitern getragen wird. "Deren Vergütung ermöglicht aber kein Auskommen", erläutert der Diözesanvereins-Vorsitzende, der die Existenz von Betreuungsvereinen bedroht sieht.

"Es gehört noch viel gutes Herz dazu, die Aufgabe zu übernehmen", betont Bernd Walter. Immerhin trage der Betreuer in großem Maße Verantwortung, wenn er für Vermögensverwaltung, Gesundheitsfürsorge und Aufenthaltsbestimmung zuständig sei. Von der Kontoverwaltung über die Frage, ob ein Pflegeantrag gestellt werden muss bis hin zur notwendigen Unterbringung im Krankenhaus trifft der Betreuer wichtige Entscheidungen. Dabei hat er immer das Wohl des betroffenen Menschen im Blick - bisweilen auch gegen die Meinung und Interessen von Angehörigen.

"Rückenwind" hilft Angehörigen

Das Stichwort Angehörige steht in besonderem Maße für den zweiten Schwerpunkt, den der SKM im Bistum Trier vertritt: Seit Oktober 2010 unterhält der Verein das Projekt "Rückenwind - Hilfen für Angehörige Inhaftierter". Angehörige von Strafgefangenen finden gegenüber der Justizvollzugsanstalt Wittlich in einer Kontaktstelle vielfältige Hilfen und Unterstützung. Die Palette reicht von der Aufenthaltsmöglichkeit vor und nach den Besuchen in der JVA über seelischen Beistand, Kinderbetreuung und  Beratungsangebote bis hin zur Problem-Vermittlung an Fachstellen.

"Viele positive Rückmeldungen und auch Auszeichnungen durch die Landesregierung zeigen, wie groß der Bedarf an diesem Projekt ist und wie nötig Angehörige die Unterstützung brauchen", informiert Stefanie Löwen. Besonders dankbar ist der SKM für die finanzielle Unterstützung des Bistums. Wenigstens bis 2018 ist der Bestand von "Rückenwind" gesichert.

Ob bei der Unterstützung für Angehörige von inhaftierten Menschen oder bei der Betreuung, immer geht es um den Einsatz zum Wohl des Mitmenschen. Im SKM -Diözesanverein Trier treffen sich Menschen unterschiedlichen Alters und mit den verschiedensten Berufen, aber dem gemeinsamen Anliegen und dem Interesse am Dienst am Nächsten. Die Vereinsstruktur sorgt dafür, dass niemand mit Sorgen und Nöten, Fragen und Anliegen alleine bleibt, sondern immer Ansprechpartner und einen Austausch findet. Nur so kann auch auf schwierigen Wegen die Würde jedes Einzelnen gewahrt bleiben.